Merkel auf Geschichtstour




Merkel auf Geschichtstour

Merkel hat Flüchtlingshelfer im Kanzleramt empfangen und in dem Zusammenhang auf willkürlich gezogene Grenzen in Afrika verwiesen, um daraus einen Handlungsbedarf für die G20-Staaten abzuleiten. Welcher Handlungsbedarf? Sollen die G20 Staaten neue Grenzen ziehen? Sicherlich nicht. Ein Satz in ihrer Rede lässt aufhorchen: "Wir haben uns in der Kolonialzeit an Afrika versündigt". Frau Merkel bleibt die genaue Definition schuldig, wer mit "Wir" gemeint ist. Meint sie etwa die "Wir" in "Wir schaffen das"? Die haben mit Sicherheit nicht das Geringste mit der kolonialen Vergangenheit zu tun. Das liegt an der Gnade der späten Geburt. Die wenigen Kolonien, die Deutschland für relativ kurze Zeit in Afrika besaß, wurden nach dem 1. Weltkrieg unter den Siegern aufgeteilt. Wenn Merkel mit "Wir" Europa meint, kommen da in erster Linie andere Staaten als Deutschland in Frage. Aber kann sich wirklich jemand einen solchen Satz aus dem Munde von Theresa May vorstellen? Wohl kaum. Aber Theresa May vertritt die Interessen ihres Landes, anstatt sich auf allen möglichen Gebieten als Retterin aufzuführen. In dem Zusammenhang muss man einfach an das Buch "Deutschland gehört auf die Couch" von Henkel und Starbatty denken.

Merkel sagte den Satz, um für ihr eigenes Fehlverhalten in der Flüchtlingspolitik eine Ausrede zu finden. Jetzt ist es der Kolonialismus, der dazu herhalten muss. Womit wird sie sich für die sogenannte Euro-Rettung herausreden? Vielleicht hatte einst Jakob Fugger Kredite zu überhöhten Zinsen vergeben. Das wäre natürlich der Aufhänger, um den deutschen Steuerzahlern die Sinnhaftigkeit für den Transfer ihres Vermögens in den maroden Süden zu erklären und zu rechtfertigen.

Es wäre besser, wenn Merkel sich um die Korrektur ihrer desolaten Politik in der Euro- und in der Flüchtlingskrise bemühen würde, anstatt ihre Fehler mit einer Tour durch längst vergangene Geschichtsepochen zu beschönigen.